SÜDAFRIKA

SOUTH AFRICA


KGALAGADI TRANSFRONTIER PARK


AUFENTHALT NOVEMBER 2025 / STAY NOVEMBER 2025


BILDERSTRECKE / PHOTO GALLERY


KURZE VIDEOSEQUENZ / SHORT VIDEO SEQUENCE


REISEBERICHT

Wir waren vom 11. – 28. November in Südafrika unterwegs, es ging dieses Mal ausschliesslich in den Kgalagadi Transfrontier Park.

 Die Einreise in Johannesburg verlief etwas holprig, es war eine lange Schlange bei der Passkontrolle, die ganze Ankunftshalle lag wegen eines Stromausfalls im Dunkeln, die Terminals an den Schaltern haben aber glücklicherweise funktioniert. Unsere Koffer haben wir nach der langen Wartezeit danach eher zufällig in einer Ecke neben den Transportbändern gefunden.

 Danach wollten wir am Automaten etwas Bargeld ziehen, das ging aber nicht, da wieder Stromausfall war, kurze Zeit später hatten wir aber Glück und es funktionierte für einen Moment.

  

Nach dem Einchecken für den Inlandflug nach Upington kam das nächste Problem auf uns zu. Wegen der zu erwartenden Hitze in der Kalahari hatten wir zwei Akkus für einen tragbaren Lüfter im Handgepäck. Dem Mitarbeiter am Scanner gefielen die Dinger nicht und er hat seinen Chef dazu geholt. Als ich das aufgeplusterte Männchen auf uns zu stolzieren sah, wusste ich bereits, dass die Batterien in Südafrika bleiben werden und ich den Ventilator umsonst mitgeschleppt habe. Nach langem inspizieren bemerkte er, dass der Akku 18V Spannung hat. Auf meine Frage, was an 18V gefährlicher sein soll als an 12V, einziges Kriterium sei die Leistung (erlaubt sind max. 100Wh), erwiderte er, dass neulich in China eine Batterie explodiert sei, ob die 18V hatte, wusste er allerdings auch nicht. Darauf hat er einen sehr klein gedruckten Zettel hervorgezaubert, auf dem ich ohne Lesebrille nichts erkennen konnte, darauf stehe das mit den maximal 12V schwarz auf weiss. Sein brillanter Vorschlag zur Lösung des Problems bestand darin, dass ich nach einer Stunde Anstehen an der Sicherheitskontrolle doch zurück zum Schalter der Fluggesellschaft gehen und die Akkus als Fracht aufgeben solle. Hä?

 TIA, this is Africa, ich habe schliesslich vor so viel Ignoranz und Bürokratie kapituliert. Im Nachhinein bereue ich es, nicht noch etwas mehr Stunk gemacht zu haben, da wir noch viel Zeit bis zum Weiterflug gehabt haben, obwohl das bestimmt nichts gebracht hätte.

  

Nun wollten wir uns etwas Stärken und haben uns in ein Restaurant gesetzt, wurden aber vom Personal ignoriert. Obwohl das in Südafrika nicht gänzlich unüblich ist, haben wir nach einiger Zeit beschlossen, das Lokal zu wechseln. Dort wurden wir dann aufgeklärt, dass im Moment wieder Stromausfall herrsche und das Bestellsystem deshalb nicht funktioniere. Nach einer halben Stunde war wieder Alles in Ordnung und blieb auch so bis zu unserem Weiterflug.

 Damit hatten wir aber sämtliche Unannehmlichkeiten gleich am ersten Tag hinter uns und von jetzt an lief Alles glatt.

  

Die Nacht verbrachten wir in Upington und haben am nächsten Morgen unseren Mietwagen, einen Toyota Fortuner 4x4, übernommen. Leider war das gebuchte 2.8l-Modell wegen eines Schadens in der Werkstatt und wir bekamen einen 2.4l. Der war ein ziemlicher Schluckspecht, wir hatten diese Erfahrung schon auf früheren Reisen im Kruger Park gemacht, die Modelle mit mehr Hubraum erwiesen sich als deutlich sparsamer, weil sie ihren Job viel unangestrengter erledigten, das ist aber Jammern auf hohem Niveau.

 Danach gings zum Grosseinkauf in die Kalahari Mall, die anschliessende lange Fahrt zum Kgalagadi Transfrontier Park und das Einchecken verliefen problemlos.

 

Wir haben insgesamt 15 Nächte im Park verbringen dürfen, aufgeteilt wie folgt:

 1x Twee Rivieren

 2x Kielikrankie

 1x Bitterpan

 1x Nossob

 3x Gharagab

 2x Grootkolk

 1x Nossob

 2x Urikaruus

 1x Mata Mata

 1x Twee Rivieren

 Das waren zwar viele Campwechsel, aber so konnten wir den ganzen Park erkunden. Insider, die die Buchungssituation im Kgalagadi kennen, wissen, dass Übernachtungen in sämtlichen gewünschten Camps fast einem Lottosechser gleichkommen.

  

Das Wetter war erwartungsgemäss heiss bis sehr heiss mit Spitzenwerten von 41°C, wir hätten gerne unseren Ventilator eingesetzt, was leider aus oben erwähnten Gründen nicht ging. Wir hatten auch einen Tag mit zwischenzeitlich heftigem Regen, der das Fahren auf den Pisten zur Rutschpartie werden und die Temperatur nur auf 20°C steigen liess. Die Tiefsttemperatur, die wir erlebten, lag bei 13°C, das ergibt eine Temperaturspanne von 28°!

  

Zu den Tiersichtungen:

 Löwen haben wir zahlreiche gesehen, davon 3 qualitativ herausragende Erlebnisse, erstens 3 sehr junge Löwenbabys direkt an der Strasse, zweitens 7 halbstarke Männchen abends während unserem Braai am Wasserloch in Grootkolk und drittens ein prächtiges Männchen, das einen erlegten Strauss gerupft hat, der Rest waren meist «flat cats» im schlechten Licht.

 Leopardensichtungen hatten wir 4, eine davon war auf grosse Distanz, aber das Tier war gut zu sehen. Die restlichen waren leider weit weg im Schatten oder auf der Flucht im Gegenlicht.

 Geparden haben wir auch ein paar gesehen, bis auf ein Mal waren sie aber auch weit entfernt. Wir konnten auf grosse Distanz die Jagd einer Gepardin auf einen Springbock beobachten, die Beschleunigung und die Geschwindigkeit des Tieres waren sehr eindrücklich. Wahrscheinlich hatte sie Erfolg, Beute und Jägerin sind auf der anderen Seite einer kleinen Erhebung jedenfalls nicht mehr aufgetaucht. Ihre 3 Teenager-Kinder sind ihr während des ganzen Spektakels teilnahmslos in einiger Entfernung gefolgt.

 Als vierte Katzenart hatten wir noch 2 gute Sichtungen afrikanischer Wildkatzen.

 Löffelhunde haben wir dieses Mal nur Einen gesehen, mehrere Kapfüchse und Tüpfelhyänen waren sehr zahlreich vorhanden, eine braune Hyäne haben wir leider immer noch nicht entdeckt, sie verbleibt auf unserer Bucket List.

 Alle Antilopen (ausser Eland) waren teils in grosser Zahl und alle anderen Tiere (ausser einige Vogelarten) in obiger Bildstrecke regelmässig zu beobachten.

 Ein grosser Vorteil der Jahreszeit war die Anwesenheit vieler Zugvögel, vor allem Gleitaare waren sehr viele vorhanden und die bunten Bienenfresser sind immer schön anzusehen. Des Weiteren hatten wir zahlreiche Eulensichtungen, ich habe dieses Mal aber auch intensiver nach ihnen gesucht, was sich ausbezahlt hat.

 Mein persönliches Highlight war ein Zwergfalke, den hatte ich bisher nur bei unserem ersten Besuch im Mai 2023 gesehen und auch dieses Mal nur ein einziges Exemplar.

  

Unsere letzte Nacht in Südafrika haben wir im African Vineyard in Kanoneiland verbracht, ein sehr zu empfehlender luxuriöser Abschluss unserer Reise mit ausgezeichneter Sterneküche.

 

Fazit:

 Trotz zahlreicher Tiersichtungen und der Anwesenheit von Zugvögeln und Jungtieren im November, werden wir in der Zukunft nach Möglichkeit eine andere Jahreszeit vorziehen. Das Licht zum Fotografieren war im November oft schlecht (Hitzeflimmern und sehr grell), die Tiere wegen der hohen Temperaturen verständlicherweise meist im Schatten. Im Mai hatten wir vielleicht zahlenmässig etwas weniger Sichtungen, die waren aber meist von besserer Qualität und wegen der angenehmeren Temperaturen über den ganzen Tag verteilt, ausserdem waren zu der Zeit weniger Leute im Park unterwegs.

 Alles in Allem war es wieder ein sehr gelungener und erholsamer Urlaub in unserem Lieblingspark in Südafrika, wir kommen hoffentlich wieder.